Aktuell

Februar 2021

Mein aktuelles Projekt ist das Zeiss Opton W-Stativ Mikroskop.

Das Zeiss Opton W-Stativ ist ein Mikroskop von historischer Bedeutung. Es steht für den Neuanfang der Zeiss Mikroskop-Produktion nach 1945 in Westdeutschland. Weil zu der Zeit 1946 rechtlich noch nicht geklärt war, wie nach der Teilung in Zeiss Ost / West der Markenname Carl Zeiss zu verwenden war, wurde mit 84 Zeiss Spezialisten, die von den Amerikanern aus der RBZ (russischen Besatzungszone) evakuierten waren, im Oktober 1946 im schwäbischen Oberkochen die Firma Opton Optische Werke Oberkochen GmbH gegründet. Aus den Optischen Werken Oberkochen wurde am 1. Oktober 1947 das Unternehmen Carl Zeiss. (vor 1945 befand sich das Stammwerk, sowie Sitz der Carl-Zeiss-Stiftung in Jena).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Zeiss Opton W-Stativ wurde als Neukonstruktion im neuen Produktionsstandort Oberkochen sehr aufwendig und nach allen Regeln der Feinmechaniker-Kunst konstruiert und gefertigt. Wie aufwendig das Opton W-Stativ konstruiert war, habe ich bei der Reinigung und der Demontage meines W-Stativs gesehen. Allein der Feintriebknopf des W-Stativs besteht aus unglaublichen 10 Einzelteilen! In den Feintriebknöpfen sind gleich mehrere Funktionen untergebracht: die wichtigste ist der Feintrieb, dann die Friktion des Feintriebs. Man stellt an den Feintriebknöpfen das axiale sowie das radiale Spiel der Triebknöpfe ein. Des Weiteren ist im Feintriebknopf noch ein „Überdrehschutz“ untergebracht, der bei unsachgemäßer Bedienung einen Getriebeschaden verhindert.

So sieht der zerlegte noch nicht gereinigte Feintriebknopf aus, es sind genau 10 Einzelteile!

Zum Vergleich: der Feintriebknopf beim Zeiss Standard Junior Mikroskop, besteht aus 2 Teilen, dem Triebknopf und der Madenschraube.

 

 

Mit dem Zeiss Opton W-Stativ ist ein technisches Meisterstück entstanden, das auch nach 70 Jahren spielfrei und geschmeidig zu bedienen ist. Auch wenn nach Aussagen einiger Zeiss-Kenner die Firma beim Vertrieb des Opton-Mikroskops noch Geld oben draufgelegt habe.

Zugegeben, die LED-Beleuchtung ist ein kleiner Stilbruch. Die Original Opton-Lampe besitze ich noch nicht, sie ist auch nicht einfach zu bekommen.

Die LED-Lampe mit dem Steuergerät wurde konstruiert und gefertigt vom LED-Spezialisten aus Zang für das Zeiss Junior-Mikroskop. Mit meiner Adapterplatte aus dem 3-D Drucker kann ich die LED-Lampe auch am Zeiss Opton-Mikroskop verwenden, und ich finde es sieht gar nicht so übel aus.

Mit den Folgemodellen der Baureihe Zeiss West Standard tritt Zeiss Oberkochen ab 1949 seinen beispiellosen, weltweiten Siegeszug an. Das Zeiss Standard wird das meistverkaufte Mikroskop der Welt und sichert Carl Zeiss für viele Jahrzehnte einen überragenden Marktanteil.

 

Juli 2020

Das Zeiss DIC-Verfahren ist ein anspruchsvoller Bereich der Lichtmikroskopie, die Präparate werden im Differentialinterferenzkontrast vergrößert. Entwickelt wurde dieses Verfahren in den 1950er Jahren von Georges Nomarski.

Eine neue Herausforderung/Erweiterung ist die Adaption einer Zeiss DIC-Einrichtung an mein Zeiss GFL-Mikroskop.
Durch erfreuliche Umstände konnte ich ein größeres Konvolut Mikroskope mit reichlich Zubehör sehr günstig kaufen (es waren 3 Mikroskope u.v.m.).
Dazu gehörten auch die beinah vollständigen Komponenten der Zeiss DIC-Einrichtung. Es fehlte lediglich die Frontlinse achr.apl. 1,4 am Kondensor. Verbaut war die Frontlinse achr.apl. 0,63.
Der DIC-Kondensor hat 6 Filterstellungen, 4 davon sind bestückt mit den Wollaston Prismen I – IIII, Platz 5 und 6 sind belegt mit den Ringblenden Phase 2 sowie Phase 3.
Der DIC-Analysatorschieber III  passt von der Ausrichtung her zum hier gezeigten DIC-Revolverkondensor mit der Frontlinse 1,4. Diese 1,4er Frontlinse habe ich bei einem bekannten online Auktionshandel gekauft. Leider habe ich die 1,4er spannungsfreie Pol-Frontlinse nicht bekommen. Ich denke, es macht aber keinen Unterschied in der DIC-Abbildung, wenn ich an Stelle der Pol-Frontlinse die gekaufte Frontlinse mit weißer Beschriftung nehme.

Meine ersten Ergebnisse sind gar nicht so übel, aber es ist sicherlich noch einiges zu verbessern und somit noch deutlich Luft nach oben ;-/.
Beim Einstellen der Komponenten zueinander ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Auch die Wahl der Objektive ist ein aufwändiges Probieren, bis endlich die passende Objektiv-Serie gefunden ist.
Wenn dann am Ende alle DIC-Komponenten zueinander passend eingestellt sind, erhält man sehr schöne reliefartige Strukturen in der Abbildung des Präparats, so wie hier bei dem Diatomeen-Streupräparat zu sehen ist.


Hier sind alle erforderlichen DIC-Komponenten an das GFL-Mikroskop adaptiert.

 

Das ist Süßwasser-Diatomeen aus dem Plöner See. 400 fach vergrößert und reliefartig abgebildet durch den Differentialinterferenzkontrast.

 

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Mai 2019

Das Zeiss Reisemikroskop ist klein, kompakt und kompatibel mit leistungsstarken Komponenten aus der Zeiss-Standard Serie.

Praktisch zu tragen mit dem Schulterriemen.

Mein neues Mikroskop ist ein Zeiss Junior Reisemikroskop, von dem es heute nur noch sehr wenige Exemplar gibt. Gebaut wurde das Reisemikroskop in den 1950er Jahren. In meinem Reisemikroskop-Koffer war das 8er Okular noch in der Originalverpackung mit aufgedrucktem Datum von 1957 eingepackt.

Das Mikroskop befindet sich in einem sehr guten Zustand. Es sieht aus, als wäre es nach dem Kauf 1957 nur wenige Male aus dem Koffer herausgenommen worden.

Ich habe das Mikroskop gekauft mit der Originalausstattung im Holzkoffer. Es waren alle dazugehörenden Teile dabei, auch die 6 Volt Lampe, die ich aber nicht weiterverwenden werde. Der Schulterriemen war noch nie gebraucht und das Leder etwas steif geworden. Nach mehrmaligem Einreiben mit Lederfett wurde der Schulterriemen geschmeidiger.

Aufgrund der langen Liegezeit waren die Triebe deutlich verharzt. Der Grobtrieb war schwergängig und der Feintrieb hatte keinen Vortrieb mehr. Nach der Demontage des Triebkastens und einer gründlichen Reinigung mit Waschbenzin, wurden die Teile mit dem geeigneten Haftöl neu eingeölt. Jetzt laufen Fein- und Grobtrieb wieder geschmeidig mit dem erforderlich sanften Widerstand.

         

Nach der Reinigung aller Teile habe ich dem Mikroskop einige neue Komponenten hinzugefügt und es damit deutlich aufgewertet. Angefangen habe ich mit dem Binokular und den KF 10×18 Okularen. Bei den Objektiven kann ich entsprechend der Anforderung auf Plan- und Neofluar-Objektive zurückgreifen. Den Standard Zeiss Klapplinsenkondensor habe ich gegen einen Leitz Berek-Kondensor getauscht. Zusammen mit der LED-Beleuchtungseinrichtung kann das kleine Schwarze jetzt locker mit dem großen Zeiss-Standard oder dem WL-Mikroskop mithalten. Der Berek Zweiblendenkondensor macht es möglich, die Beleuchtungseinrichtung nach August Köhler einzustellen. Dabei fungiert die untere Blende des Berek Kondensors als Leuchtfeldblende.

Mit dem Powerpack, das bestückt ist mit 2 x 4 Batterien, kann ich mit der LED-Beleuchtung über viele Stunden netzunabhängig am Mikroskop arbeiten.

 

 

Januar 2018

Die Panasonic G9

Die Panasonic G9 ist mein neues Flaggschiff. Die Kamera im MFT-Format vereint Innovation und Bildqualität auf höchstem Niveau mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit.

Mit der Panasonic G9 kommt neuer  Schwung und neue Herausforderung in meine Fotografie. Mit der Lumix G9 fotografiere ich ohne Spiegelschlag in absoluter Profi-Bildqualität.

Hier eine Übersicht sinnvoller Objektive, mit denen ich für meinen fotografischen Alltag bestens ausgestattet bin.

Ein kleines Beispiel im Modus Zeitraffer mit der Lumix G9. Priemel im Zeitraffer

Oben zu sehen ist das Immerdrauf-Objektiv Panasonic Leica Vario-Elmar 12-60mm f2,8-4. Mit dem Cropfaktor 2 entspricht es einer Brennweite von 24-120mm, die für viele Bereiche meiner Fotografie bestens ausreicht. Optisch und mechanisch ist das Objektiv ganz oben in der Qualitätsskala angesiedelt.

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Das lichtstarke Superweitwinkel-Zoom Panasonic Leica Vario-Elmarit 8-18mm f2,8-4 eignet sich sehr gut für Landschaftsfotos. Außerdem verwende ich es gerne im Nahbereich, wo es bei der Brennweite 8mm und Blende f11 eine große Tiefenschärfe abbildet. Ein Foto als Beispiel dazu:

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Für den Makrobereich eignet sich das Olympus 30mm f3,5 mit einer 1,25fachen Vergrößerung ganz hervorragend. Weil bei dieser Vergrößerung die Tiefenschärfe sehr gering ausfällt, kommt jetzt die Panasonic-Funktion Focus-Stacking ins Spiel. Die Funktion Focus-Stacking ermöglicht eine Tiefenschärfe über das gesamte Bild.  Ein Beispiel dazu: Wildblumensamen mit Blätter einer Minze.

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Für den Mikro-Foto Bereich habe ich das Sigma 30mm f2,8 Objektiv gefunden. Die Brennweite eignet sich sehr gut und passt mit der Abbildungsqualität bestens zu der Zeiss Mikroskop Optik. Zum Adaptieren der Lumix an das Mikroskop habe ich den Mikroskop-Adapter in das 46mm Sigma Filtergewinde geschraubt. Damit wird die Kamera ins Trinokular am Mikroskop eingesteckt. Unten zu sehen ist das Objektiv mit eingeschraubtem Mikroskop-Adapter. Abbildung: Diatomeen Legepräparat im Dunkelfeld bei 160facher Vergrößerung.

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Ganz neu in meinem Sortiment, habe ich ein Objektiv mit sehr hoher Lichtstärke. Erstaunlich ist der Blendenbereich von f1,1 bis Blende f16 bei 50mm Brennweite zu einem unglaublich günstigen Preis von 170 EUR. Das Objektiv ist von der Firma KamLan (habe vorher noch nie etwas davon gehört). Das Objektiv macht einen sehr wertigen Eindruck, ist komplett aus Metall gefertigt und passt super an die Lumix G9. Fokussiert wird manuell, was aber mit der Lumix Funktion Focus Peaking treffsicher gelingt. Fotos und ein kurzer Testbericht werden folgen.

Über zwei Wochen habe ich einige Fotos mit dem Objektiv KamLan 50mm f1,1 belichtet. Das Objektiv hat seinen ganz besonderen Charme. Der komplett aus Metall gefertigte Tubus fühlt sich hochwertig und gut an. Das Objektivbajonett lässt sich butterweich und passgenau in die Kamera eindrehen. Die große Blendenöffnung und die fotografische Herausforderung, die das Objektiv beim Fotografieren mit der Öffnung f1,1 mitsichbringt, machen richtig Spaß. Die Abbildungsleistung der Optik ist nicht so einfach zu beschreiben. Sie liegt zwischen Begeisterung und Kopfschütteln. Wobei ich aber sagen muss, dass die Begeisterung  weit über 90 Prozent ausmacht.

Meine Kritikpunkte: Zwischen der Blendenöffnung f1,1 und Blende 2 ist das Objektiv ziemlich flau, David Hamilton lässt grüßen ;-  Ab Blende 2 ist es aber knackscharf, so wie es sich für eine Festbrennweite gehört! Bei offener Blende bis Blende 5,6 ist ein deutlicher Schärfeabfall zum Rand hin zu sehen. Noch eine Kleinigkeit: es wäre hilfreich, wenn der Blendenring beim Verändern der Blendenöffnung eine Rasterung hätte und sich etwas geschmeidiger drehen ließe.

Meinen Qualitätsvergleich mit dem KamLan 50mm f1,1   habe ich mit einem Olympus OM-Zuiko 50mm f1,4 Objektiv gemacht. Das Olympus-Objektiv habe ich mit einem Objektivadapter der Firma FOTAGA OM-M4/3 an meine Lumix adaptiert. Damit waren beide Objektive ausschließlich manuell zu fokussieren. Am Ende hatte das Olympus OM-Zuiko 50mm f1,4 Objektiv leichte Vorteile in meinen Tests und ich habe mich dazu entschlossen, das KamLan Objektiv zu verkaufen. Ich bin gespannt, was von der Firma KamLan in nächster Zeit Neues geboten wird…

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Mikroskopieren unterm Kirschbaum

Bilder zum Treffen
Unterm Kirschbaum

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Hier etwas Nostalgie aus meiner Foto-Vitrine. Es sind Kameras aus der Zeit, als es noch zu entscheiden galt: Den Fujichrome Velvia oder besser den Kodak Ektachrome belichten?  In den 1990er Jahren habe ich am liebsten mit dem farbenfrohen Fujichrome Velvia Film fotografiert.