Blitzen

Entfesseltes Blitzen.

Entfesseltes Blitzen bedeutet Kamera und Blitz sind über Funk miteinander verbunden und können mehrere Meter auseinanderstehen. Dafür gibt es verschiedene Fabrikate in unterschiedlichen Preisklassen. Ich habe mich für die Blitzadapter von Yongnuo entschieden. Yongnuo ist eine preiswerte Lösung und ermöglicht eine komfortable und zuverlässige Bedienung. Alle Einstellungen für die im Einsatz befindlichen Blitze werden von der Steuereinheit Yongnuo YN622C-TX gesteuert und drahtlos an die Blitze übertragen.

Von den hier abgebildeten Teilen ist das Steuergerät YN-622C-TX immer erforderlich und der Transceiver YN-622C wird nur bei den Blitzgeräten benötigt, die keinen integrierten Empfänger haben.

Die Blitzlichtfotografie ist ein sehr großes Betätigungsfeld, von dem ich für meine Fotografie nur zwei Arten der Blitzfotografie anwende.

  1. Blitzen mit der Teillichtleistung. Beim Blitzen mit der Teillichtleistung ist die Blitzleuchtzeit entscheidend. Die Blitzleuchtzeit wird im Manuellmodus eingestellt. Bei einer Teillichtleistung 1/128 leuchtet die Blitzröhre nur 1/25.000s (siehe Tabelle unten).
  2. Blitzen mit der Highspeedsynchronisation. Beim HSS-Blitzen ist die kurze Kamera-Verschlusszeit von 1/8000s entscheidend.

Beide Arten der Blitzfotografie haben ihre Vor- und Nachteile, wobei ich jeweils die Vorteile für meine Fotografie nutze.

Blitzen mit HSS (Highspeedsynchronisation)

Meine Vorteile beim Blitzen mit der Highspeedsynchronisation: Mit einer Verschlusszeit von bis zu 1/8.000s können sehr schnelle Bewegungen „eingefroren“ werden. Es entsteht keine Bewegungsunschärfe bei sehr schnellen Objekten. Und ich kann bei normaler Zimmerbeleuchtung fotografieren. Oder ich kann den Blitz am Mikroskop als Mikroblitz einsetzen, bei dem das Pilotlicht des Mikroskops nicht mehr stört. Ein Nachteil ist, dass die Highspeedsynchronisation hohe Blitzleistung braucht, was wiederum bei der kurzen Distanz am Mikroskop kaum eine Rolle spielt.

Mit der Canon 70D sind Blitzsynchronisationszeiten bis zu 1/8.000s möglich. Man benötigt für kurze Belichtungszeiten keinen ultrakurzen Blitz, sondern eine Art konstante Dauerbeleuchtung.

Bis zu einer  Belichtungszeit von 1/250s wird der Verschlussvorhang für einen kurzen Moment einmal komplett geöffnet. Genau jetzt kann das Blitzlicht den Sensor belichten. Ab einer Verschlusszeit von 1/250s öffnet der Verschlussvorhang nicht mehr komplett, sondern läuft während der Belichtungszeit nur noch als Schlitz über den Sensor. Wenn in diesem Moment der Blitz zündet, wäre das Bild nur in der Mitte belichtet.                            

HSS funktioniert mit einem pulsierenden Blitz, also mit einer längerern Leuchtdauer der Blitzlampe.

Kleiner Nachteil an der HSS ist, dass diese Funktion Blitzleistung frisst, d.h. die Reichweite des Blitzlichts wird wesentlich geringer sein. Wieviel geringer, lässt sich leider schwer sagen.

Blitzen mit Teillichtleistung bis zu einer Belichtungszeit von 1/25.000s

Mit der Teillichtleistung habe ich die Möglichkeit sehr schnelle Bewegungen „einzufrieren“ und das bei geringer Blitzlichtleistung. Dadurch erreiche ich eine hohe Blitzfrequenz. Der Nachteil: Beim Blitzen mit der Teillichtleistung, darf das Fotostudio nur sehr gering beleuchtet sein.  Sonst wird durch das Fremdlicht aus der Umgebung das Foto zusätzlich belichtet, was bei sehr schnellen Objekten zu unschöner Bewegungsunschärfe führen könnte, ähnlich wie beim Blitzen auf dem 2. Verschlussvorhang.

 Auch beim Blitzen in der Teillichtleistung lässt die Blitzleistung deutlich nach. Allerdings fällt das bei meiner Blitzsituation nicht ins Gewicht. Meine Blitze stehen ca. 50 cm vom Objekt entfernt, da reicht auch eine geringere Blitzleistung. Hier eine Tabelle zum Leistungsverlust beim Blitzen in Teillichtleistung mit dem Blitz Metz 50-AF1.

P-Teillichtleistung Blitzleuchtzeit Leitzahl  
P 1/1 1/125s 50  
P 1/2 1/900s 35  
P 1/4 1/2.000s 25  
P 1/8 1/4.000s 17  
P 1/16 1/6.000s 12  
P 1/32 1/10.000s 8,9  
P 1/64 1/15.000s 6,3  
P 1/128 1/25.000s 4,4